Studien; Gedichte und Erzählungen aus dem Nachlass
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Einbanddeckel des Sammelbands

Kurd Laßwitz
Studien
Lustspiel in vier Aufzügen und andere Gedichte, Humoresken und Erzählungen
Vergriffen, Nachauflage bei mindestens 10 Vorbestellungen; es fehlen noch 10 Bestellungen.
(KOLLEKTION LASSWITZ, Abt. I Bd. 10)
Erstveröffentlichungen aus dem handschriftlichen Nachlass.
Hardcover (laminierter Pappband, Kapitalband, Lesebändchen), 198 Seiten, 6 Reproduktionen
25,00 €ISBN 978-3-040679-19-2

Inhaltsverzeichnis
Über den Sammelband Studien

Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkungen und editorische Hinweise

1. Studien [1886 oder später]
Lustspiel in vier Aufzügen nach Motiven aus der Erzählung Schlangenmoos (KL I.2)

2. Gedichte
Das Hochgebirge ist mit Schnee bedeckt [1872]
Versäumt [1887]
Weltendauer [1888]

3. Grotesken und Humoresken
Alizarin. Eine lehrreiche Geschichte
Die Anzeige. Humoreske
Die Meergreise oder Die Rache des Gelehrten (Groteske)

4. Märchen und Erzählungen
Eine Geschichte ohne Anfang und Ende
Hebe. Erzählung
Die Vernunft im Bade [unvollendet]
Die Zauberschminke [unvollendet]

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Über den Sammelband Studien und andere Texte aus dem Nachlass

Wer bisher nur den vielzitierten zweibändigen Großroman Auf zwei Planeten und die in verschiedenen Sammelbänden enthaltenen „Naturmärchen“, „Modernen Märchen“ und sonstigen spekulativen Erzählungen von Kurd Laßwitz kannte, wird erstaunt sein, dass der akademisch gebildete und promovierte sogenannte „Vater der deutschen Science Fiction“, nach dem (wie schon einmal 1959) seit 1981 ein SF-Literaturpreis benannt ist, nicht nur in seiner Studentenzeit, sondern auch noch als im Berufsleben stehender Pädagoge „ganz anders“ schreiben und dichten konnte und geschrieben und gedichtet hat. Da findet man leidenschaftliche Liebes- und besinnliche Gedichte und schlichte Witze und Humoresken neben „mathematischen“ Scherzliedern, Parodien und „Naturmärchen“. Von der Urheberschaft Laßwitz’ wissen wir übrigens in den Fällen anonymer oder pseudonymer Veröffentlichungen oft nur durch das in der Forschungsbibliothek Gotha aufbewahrte von ihm 1893 gefertigte handschriftliche Verzeichnis seiner Veröffentlichungen 1868–1893.
     Aber auch das gehört zum „ganzen“ Laßwitz und kann, wie schon zu einem großen Teil im Sammelband Gedichte und Erzählungen (KL I.9) getrost wieder vorgestellt werden, ohne dass dadurch sein „eigentliches“ naturwissenschaftliches, essayistisches und belletristisches Werk Schaden nehmen müsste. Man sehe dem Dichter also seine „Jugendsünden“ nach und erfreue sich an den teilweise recht einfach gestrickten Texten, die im Übrigen einen Vergleich mit noch heute beliebten „Volksstücken“ nicht zu scheuen brauchen.
     Die Auswahl der Texte hat sich, neben der Lesbarkeit der Handschrift, auch daran orientiert, ob sie für Kurd Laßwitz’ Biografie und für seine schriftstellerische Entwicklung von Bedeutung sein können.

Studien. Lustspiel in vier Aufzügen
Das Lustspiel ist, abgesehen von veränderten Namen und Beziehungen der handelnden Personen zueinander, weitgehend eine dramatisierte Fassung der 1884 unter dem Pseudonym „L. Velatus“ (also der „verhüllte“ oder „verdeckte L.[aßwitz]“) erschienenen Novelle Schlangenmoos (KL I.2) an die Kurd Laßwitz übrigens in seiner umfangreicheren und hochgeschätzten späteren Erzählung Sternentau. Die Pflanze vom Neptunsmond (1909, KL I.8) in weiter entwickelter Form noch einmal angeknüpft hat. Es konnte bisher leider nicht ermittelt werden, wann das im Manuskript undatierte (und nach bisherigen Informationen auch nie aufgeführte) Lustspiel entstanden ist und warum die einander entsprechenden Personen zwar sehr ähnliche, aber eben doch andere Namen als in Schlangenmoos haben; Sternentau ist darüber hinaus völlig neu konzipiert.
     Aus im Text enthaltenen Hinweisen kann geschlossen werden, dass Studien nach Schlangenmoos entstanden ist, und zwar frühestens 1886, vielleicht auch noch später:
     Das Lustspiel Studien gehört, ebenso wie Schlangenmoos, nicht zu den „stärkeren“ Laßwitz-Texten. Das wird der schon zum Gymnasialprofessor ernannte und auf eine Universitäts-Professur hoffende Akademiker, Ehemann und Familienvater im Alter von etwa 36–37 Jahren wohl auch empfunden haben, denn nicht ohne Grund hat er in beiden Fällen ein Pseudonym benutzt. Andererseits ist es aber doch bemerkenswert, daß Laßwitz eine relativ schwache (im Druck erschienene) Erzählung kurze Zeit später nochmals dramatisiert hat. Die Handlung mit teilweise autobiografischen Bezügen muss ihm in irgend einer besonderen Weise am Herzen gelegen haben.
     Dieser Erstveröffentlichung aus dem Nachlass liegt die folgende Handschrift zu Grunde:

     Studien. Lustspiel in vier Aufzügen von Velatus. Manuskript, o. J., Handschrift Hs.Sg.Sg.35 in der Sammlung neuerer Handschriften (Hs Sg 1–204) in der Universitätsbibliothek Gießen. Kladde, ca. 21,5 x 17,8 cm, 138 Blatt, einseitig beschriftet

Gedichte
Die beiden Gedichte sind, anderes als die übrigen in diesem Band enthaltenen Texte, nicht dem handschriftlichen Nachlass entnommen worden, sondern 1872 bzw. 1888 in Zeitschriften erschienen. Das längere schwermütige Gedicht Das Hochgebirge ist mit Schnee bedeckt wird hier nachgedruckt, weil es inhaltlich dem Handlungsraum des Lustspiels Studien nahe steht, das kürzere Gedicht Weltendauer zeigt, dass Laßwitz auch noch nach seiner Ernennung zum Gymnasialprofessor (1884) Gedichte nicht (nur) anonym, sondern unter Angabe zwar nicht seines vollen Namens, aber doch seiner Initialen „K. Ltz.“ auch in Unterhaltungszeitschriften veröffentlichen ließ.
     Die Gedichte sind folgenden Zeitschriften entnommen worden:

     Das Hochgebirge ist mit Schnee bedeckt, in: RÜBEZAHL (zugleich Organ für Mitteilungen und Berichte der Philomathien zu Oppeln). Glogau, N. F. 11 (1872), S. 193
     Weltendauer [als K. Ltz.], in: FLIEGENDE BLÄTTER. München: Schreiber, Bd. 89 (1888), Nr. 2245, S. 53

Grotesken und Humoresken
Die Versdichtung Alizarin stammt wahrscheinlich aus der Zeit um 1870 und enthält Anspielungen auf Laßwitz selbst und einige Künstler aus seinem Bekanntenkreis (z. B. Max Kalbeck), wahrscheinlich im Rahmen des Breslauer Vereins „Dintenfaß“; Alizarin ist ein Tintenfarbstoff.
     Die Verwechslungsgeschichte Die Anzeige erinnert an die frühe Humoresken Karl Mays „vom Ernstthaler Stammtisch“.
     Die 1872 entstandene Groteske Die Meergreise parodiert, wie schon 1869 der im Untertitel zitierte „Roman“ Der Scharfrichter oder Ein treues Herz (in KL I.9) die damals beliebten ebenso umfang- wie erfolgreichen bandwurmartigen in mehrere „Bücher“ und Kapitel aufgeteilte Fortsetzungs-Sensationsromane.
     Diesen Erstveröffentlichungen aus dem Nachlass liegen die folgenden Handschriften zu Grunde:

     Alizarin. Eine lehrreiche Geschichte. Allen unglücklichen Musenjüngern in gereimten Hinkjamben erzählt von K. Laßwitz. Handschriftlicher Nachlass der Forschungsbibliothek Gotha, Signatur Chart. B 1969 (A) Bl. 29–35
     Die Anzeige. Humoreske. Handschriftlicher Nachlass der Forschungsbibliothek Gotha, Signatur Chart. B 1964a Bl. 308–337
     Die Meergreise oder Die Rache des Gelehrten oder Die geheimnisvolle Person. Geographisch - physikalisch - historischer Loral - Sitten - Roman in sechs Bänden vom Verfasser des Sensationsromans: „Der Scharfrichter oder ein treues Herz.“ Handschriftlicher Nachlass der Forschungsbibliothek Gotha, Signatur Chart. B 2170 II (1) Bl. 1–16; die erste Manuskriptseite trägt die Jahreszahl „1872“.

Märchen und Erzählungen
Mit der Abfassung der surrealistisch anmutenden Erzählung Eine Geschichte ohne Anfang und Ende hat Laßwitz wahrscheinlich versucht, die Eindrücke aus seiner Militärzeit (1870/71) zu verarbeiten.
     Das gilt noch mehr für die in eben dieser Besatzungszeit in Frankreich spielende Erzählung Hebe, die keinen „Hurra-Patriotismus“ vermittelt, sondern die gewöhnlichen, in den einschlägigen Familienblättern nicht findenden schlimmen Begleiterscheinungen eines Krieges vor allem für die Zivilbevölkerung eines besetzten Landes eindrucksvoll schildert. Diese von Mitgefühl und „der Frage nach dem Sinn“ geprägte Erzählung findet ihre Parallele im ebenfalls aus dem Jahr 1871 stammenden Gedicht Feldpostbrief (in KL I.9).
     Die Erzählung Die Vernunft im Bade ist offenbar unvollendet geblieben, so daß die Zielrichtung, die Botschaft, offen bleibt. Ebenso bleibt offen, ob Laßwitz mit der weiblichen Hauptperson auf die Schriftstellerin und Friedensnobelpreisträgerin (1905) Bertha von Suttner (1843–1914) anspielen wollte, die mindestens von 1887–1998 mit ihm korrespondierte.
     Auch das Märchen Die Zauberschminke ist unvollendet geblieben und lässt Fragen offen.
     Vorsorglich möchte ich darauf hinweisen, daß einige Erzählungen aus dem Nachlass hier nicht veröffentlicht werden, weil sie später unter anderen Titeln bei weitgehend gleichem oder nur redaktionell geändertem (z. B. durch Gedichte erweitertem) Inhalt veröffentlicht worden sind. So entsprechen die Handschriften Was die Welle vom Menschen erfuhr der Erzählung Vom Tropfen, der die Welt sehn wollte (in KL I.9), Das Märchen vom Herzen, das nicht trocknen konnte der Erzählung Der Schirm (in KL I.3), Telelyt der Erzählung Nach Chicago (in KL I.9) und Die Entdeckung Amerikas der Erzählung Die neue Welt (in KL I.6).
     Den im vorliegenden Band enthaltenen Erstveröffentlichungen aus dem handschriftlichen Nachlass liegen die folgenden Handschriften zu Grunde:

     Eine Geschichte ohne Anfang und Ende. Von Kurd Laßwitz Handschriftlicher Nachlass der Forschungsbibliothek Gotha, Signatur Chart. B 2170 I (2) B Bl. 83–90; das Deckblatt des Manuskripts enthält die Jahreszahl „1871“.
     Hebe. Handschriftlicher Nachlass der Forschungsbibliothek Gotha, Signatur Chart. B 1969 (2) Bl. 99–106
     Die Vernunft im Bade. Handschriftlicher Nachlass der Forschungsbibliothek Gotha, Signatur Chart. B 1964b Bl. 769–773 [offenbar unvollendet]
     Die Zauberschminke. Ein Märchen. Handschriftlicher Nachlass der Forschungsbibliothek Gotha, Signatur Chart. B 1964b Bl. 774–777 [offenbar unvollendet]

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